Alternativen zu WhatsApp?

von Celine Munoz-Köhler, Oktober 2014

What’s up, WhatsApp? Innerhalb der letzten Monate erntete der Messenger große Kritik für diverse Pannen in der Funktion.
Bereits 2011 kamen durch die Stiftung Warentest Datenschutzbedenken ans Licht. Die Stiftung bewertete die App als „sehr kritisch“, beispielsweise deshalb, weil die Übertragung von Kontaktdaten Dritter ohne deren Zustimmung erfolgte. Nun nutzen Konkurrenten die Möglichkeit, alternative Dienste zu entwerfen, die WhatsApp ersetzen sollen.

Die Übernahme durch Facebook im Februar 2014 sorgte für Ausfälle. Das einstige Konzept, keine ablenkenden Zusätze zu konstruieren und sich auf die Nachrichten-Übertragung zu beschränken, besteht nicht mehr. VoIP und weitere Funktionen übertragen zu große Datenmengen, die das System häufig überfordern.
Generell werfen Anwender WhatsApp mangelnde Transparenz, Präsenz und Erreichbarkeit im Web vor.

Dennoch nutzen mittlerweile über 500 Millionen User weltweit diesen Dienst – ohne große Intention, zu Konkurrenten zu wechseln. WhatsApp ist das Original, die Alternative zu SMS und punktet durch enormen Bedienungskomfort.

Nach der Kritik an der App gibt es weitaus mehr als 10 nennenswerte Optionen, Instant-Messaging-Dienste zu nutzen. Die bekanntesten sind Threema und Telegram.
Doch trotz wachsender Beliebtheit bei den Usern sind auch diese nicht perfekt.Threema ist im Gegensatz zu WhatsApp nicht kostenfrei und zeigt trotz 1,5 Millonen Nutzern keine Quelloffenheit, weshalb das Sicherheitsversprechen bisher nicht bewiesen ist. Telegram hingegen erzeugt selbst Datenschutzbedenken, da es die Telefonbücher der User auf den Unternehmensserver lädt.

Die Schwierigkeit besteht darin, mit Kontakten zu kommunizieren, die nicht denselben Messenger verwenden – kein Wunder bei der Vielfalt!
Zu WhatsApp gibt es derzeit noch nicht die Alternative, die Sicherheit und Nutzungskomfort kombiniert sowie die Mehrheit der User mit sich zieht. Am sichersten ist es augenblicklich, gewisse Mängel zu akzeptieren und Vertrauliches nicht per Handy, sondern persönlich zu übermitteln.